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Dienstag, 25. August 2009
Am Golde hängts, zum.........
bodenflieger, 23:57h
Ein Banküberfall? Dann sofort mit den erbeuteten Millionen ab nach Sosua? Nur wo werden denn noch Millionen offen rumgetragen? Auf jeden Fall nicht auf Banken. Wenn doch dann hinter Zeitschlossgesicherten Safetüren. Ich stelle mir gerade vor, wie ich und der von mir als Geisel genommene Bankdirektor ungeduldig vor dem Safe stehen und ich mit quengeliger Stimme ständig wiederhole;"wie lange noch, wie lange.....";
Also dazu fehlt mir auch der Nerv. Eine Kneipe übernehmen? An sich kein größeres Problem, die Schwierigkeiten beginnen erst später. Da ich in achtundvierzig Jahren meine Natur kennen gelernt habe, weiss ich das der beste Kunde in kurzer Zeit ich selber sein werde. Seltsamerweise trinke ich in Deutschland so gut wie nie Alkohol, verwandle mich aber im Urlaub durchaus mal zum wüsten Orgiensäufer.
Das ginge also auch nicht gut. Wie ist es denn mit einer Pension. Hört sich im ersten Moment vernünftig an, aber ich fürchte, ich komme vom Regen in die Traufe. In meiner jetzigen Tätigkeit betreue und qualifiziere ich unsere Mitarbeiter und Auszubildenden. Das kann schon mal Nervig sein, wenn der entsprechende Kandidat nicht so richtig begreifen will, um was es geht. Dazu noch eine ganze Ladung mittleres Management, das es im Grunde befürwortet, wenn die Mitarbeiter weiter qualifiziert werden, aber sofort klagt wenn dieselben Mitarbeiter wegen eben der Qualifizierung ausgerechnet Heute, wo soviel los ist, nicht mitarbeiten. Eine Pension ist in ihrer Natur ähnlich. Zahlende Gäste, die nicht immer Pflegeleicht sind. Gäste, deren Auffassung von Ordnung und Sauberkeit nicht mit der Meinigen übereinstimmt, was durchaus im Bereich des Wahrscheinlichen liegt. Ältere Jungesellen sind nicht immer Meister Propper. Fällt also auch aus.
Es gibt keine richtig funktionierende Post in der DomRep. Ich könnte eine Aufbauen. Ist ein bischen hoch gegriffen. Bliebe noch als Strassenkarikaturist den Touristen meine Zeichnungen zu verkaufen. Aber irgendwie passt in meiner Vorstellung das ganze nicht ins Bild. Lauter dunkelhäutige Perlen- und Muschelverkäufer und andere Strassenhändler und Künstler und zwischendrin ein dicker Deutscher?
Ich werde wohl weiter überlegen müssen. Sollten Sie zufällig eine gute Idee haben, die Sie nicht selber brauchen, nur her damit, ich nimm alles.
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Montag, 24. August 2009
Die krankhafte Gier
bodenflieger, 19:59h
Woher kommts? Vor einigen Jahren war der Besuch beim Augenarzt ein rundum-sorglos-paket. Inzwischen ist alles ein bischen teurer geworden. Die Ärzte, die Einrichtung der Praxen, die Medikamente und nicht zuletzt die tollen Apparate, die uns immer besser heilen können, wenn denn damit geheilt wird. Ein großer Teil der Kassenbeiträge geht für Maschinen drauf, die von Ärzten auf Biegen und Brechen am Leben erhalten werden. Ich habe mich nicht verschrieben! Der Patient, der an den Maschinen hängt, ist nur Mittel zum Zweck. Sehr oft ein Patient jenseits der Siebzig mit einer Krankengeschichte, aus der man einen sagenhaft ungesunden Lebenswandel ablesen kann. Frühere Landärzte kamen zu solchen Patienten ins Haus und stellten dann meist fest, das es Zeit sei zu gehen und die Patienten verstanden das. Nicht falsch verstehen, der Arzt leistet einen hypokratischen Eid, Leben zu erhalten und das ist auch richtig so. Doch zur Gesundung gehört mehr als viele Maschinen und sündteure Medikamente. Es gehört der Wille des Patienten dazu, ein gesundes Leben weiter zu führen. Oder eben einfach aufzugeben. Nur das mit dem Aufgeben lässt der moderne Arzt einfach nicht mehr zu. Bringt ja auch Geld ein. Und wie sieht es mit der Vorsorge der Menschen in Deutschland aus? Vordergründig nicht schlecht, allüberall bieten die Kassen entsprechende Programme an, doch was nützt es, wenn gleichzeitig die Lebensmittelindustrie schon dafür sorgt,das es uns nicht allzu gut geht, denn gesunde Lebensmittel lassen sich nun mal nicht mit einer so großen Gewinnspanne herstellen wie die üblichen Massenprodukte. Dazu kommt noch die immer stärker sinkende Allgemeinbildung in der Bevölkerung, was dem Absatz von Fastfood nur zugute kommt. Auch ich zähle mich zu dessen Opfern. Bevor der Beitragszahler weiter in die Mangel genommen wird, sollte der mündige Bürger einfach mal fragen, wieso wir in Deutschland die teuersten Medikamente innerhalb Europas haben. Wieso Patientenverfügungen einfach ignoriert werden. Wieso medizinische Apparate praktisch automatisch zugelassen werden und nach deren Kosten-Nutzen-Wirksamkeit nicht gefragt wird. Wieso wir soviele gesetzliche Krankenkassen in Deutschland haben, die jede für sich einen Management-Wasserkopf mit sich herumträgt.
Deutschland krankt nicht an zuvielen Patienten, Deutschland krankt an unfähigen Gesundheitspolitikern, denen zu allem Übel auch noch die entsprechenden Lobbyisten ihren Willen diktieren.
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Sonntag, 23. August 2009
Der Flug des Condor
bodenflieger, 11:09h
Das letzte Mal war ich im Mai diesen Jahres in Sosua. Ich fliege immer mit der gleichen Fluggesellschaft dorthin, einfach deswegen weil Sie die einzigen sind, die einen Direktflug von Frankfurt nach Puerto Plata zweimal die Woche anbieten. Bei den anderen geht das nur mit Umsteigen, will ich möglichst nicht. Mein letzter Flug in die Karibik hatte es allerdings in sich. Abflugzeit in Frankfurt war fast Pünktlich. Wie immer vom Vorfeld, aus Kostengründen startet die C..... nicht vom Fingerdock. Wir waren denn nun schon einige Zeit in der Luft, ich hatte es mir gemütlich gemacht und beschäftigte mich mit dem bordeigenen Videosystem, als ein Steward zu mir kam und mir mitteilte, das wir aufgrund eines widerspenstigen Passagiers in der Economy-Class umdrehen und in Shannon, Irland, landen müssten. Wir befanden uns zu der Zeit bereits über dem Atlantik. Dieser Passagier hatte vor dem Abflug in der Duty-Free-Zone eine Flasche Wodka gekauft und diese komplett geleert. Ich könnte jetzt leise Kritik an den Sicherheitsvorschriften üben, denn witzigerweise darf der gemeine Passagier bei der Zollkontrolle maximal 10 x 100 ml. Flüssigkeiten in einem durchsichtigen Behältnis im Handgepäck mit sich führen. Danach aber im Duty-Free-Bereich einkaufen was das Zeug respektive die Einfuhrbestimmungen des Gastlandes hergeben. Ich weiss, man will den Sprengstoffschmuggel an Bord damit unterbinden, aber wer unterbindet besoffene Passagiere?
Auf jeden Fall machten wir kehrt und kreisten dann eineinhalb Stunden über dem Flugplatz Shannon, um den Treibstoff abzulassen, da wir sonst zur Landung zu schwer gewesen wären. Nach Landung, Entsorgung des betreffenden Gastes durch die irische Polizei und Wiederbetankung, alles Zusammen nochmal zwei Stunden, machten wir uns nun wieder auf den Weg in die Karibik. Wir sassen nun schon 5 Stunden im Flieger und hatten nochmal 9 Stunden vor uns, Super. Wobei ich es als Business-Class-Passagier durchaus bequem hatte. Die Menschen in der Economy konnten einem Leid tun. Doch wir alle haben den Rest der Zeit überstanden und landeten auf dem Flughafen Puerto Plata, freuten uns an der karibischen Luft beim aussteigen, trabten zur Immigration, entlöhnten die 10 Dollar für das Visa und begaben uns zum Rollband, um unser Gepäck in Empfang zu nehmen. Die Meisten von Uns konnten das auch. Nur die Meisten. Scheinbar wurde in Frankfurt ein Wagen mit Gepäck schlichtweg nicht verladen und so standen nun etwa zwanzig betrübt blickende Passagiere um das Rollband und wartete auf Gepäck, das noch in Frankfurt stand. Darunter auch ich. Mit etwas angespannter Gemütsverfassung erledigten wir Gepäcklosen die Formalitäten und begaben uns dann in unsere Hotels. Zwei Tage später wurde das Gepäck nachgeliefert. Der Urlaub an sich war wie immer, Schön. Auch der Rückflug vierzehn Tage später verlief Problemlos, abgesehen davon, das ich in Frankfurt feststellen musste, das mein Koffer in Puerto Plata geplündert worden ist und diverse Dinge nun einen Dominikaner glücklich machten. Falls Sie denken, Mich würde das nun abschrecken, so liegen Sie falsch. Trotz allem, die Tage in der Karibik bringen meinen Geist, nicht unbedingt meinen Körper, wieder ins Gleichgewicht und das ist schon ein paar Missstände wert. Oder vielleicht versuchs ich mal per Schiff. Soll ja auch nur so drei Wochen dauern. Ich muss nur meinen Chef davon überzeugen, meinen Jahresurlaub zu verdreifachen.
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Samstag, 22. August 2009
Zahnschmerzen
bodenflieger, 19:48h
Schon mal welche gehabt? Zahnschmerzen? Ich hatte im Laufe meines Lebens schon öfter Zahnschmerzen. Zu meiner Schande muss ich gestehen, das ich kein guter Zahnpfleger bin. Ich putze meine Zähne nur einmal am Tag, manchmal zweimal. Deswegen bin ich inzwischen auch stolzer Besitzer einer Brücke im Wert von Zweitausendfünfhundert Euro, Eigenanteil. Und ein paar Kronen, und ein paar Plomben. Den Weg zum Zahnarzt finde ich in der Regel erst nach fünf bis sieben durchwachten Nächten, in denen auch die Einnahme von mehreren Schmerztabletten nicht mehr weiterhelfen. Ganz Ehrlich, ich hasse Zahnärzte. Mein erster Zahnarzt im Leben war vermutlich ein umgeschulter Tierarzt. Die grob-freundliche Sorte mit Sprüchen wie "ein Mann kennt keinen Schmerz" womit ein damals zehnjähriger Knabe von schüchternem Wesen gemeint war, ich. Das hat mich und meine Meinung von Zahnärzten geprägt. Von den exorbitanten Verdienstspannen der Dentisten mal abgesehen muß ein Zahnarzt eine angeborene sadistische Ader besitzen. Wie machen das eigentlich Zahnärzte untereinander? Quälen die sich gegenseitig? Oder nur unter Vollnarkose? Nein, Vollnarkose glaube ich nicht. Zu groß wäre die Versuchung, einen Konkurrenten los zu werden. "Nu ja, er vertrug die Vollnarkose nicht...." könnte ein Statement danach sein. Sadismus und Masochismus liegen dicht beieinander. Das wirds sein. Denen macht beides Spass. Ich persönlich gehe inzwischen zu einer Zahnärztin. Aber denken Sie nicht, das diese Frau mit überdurchschnittlich viel Feingefühl ausgezeichnet wäre. Eine kleine, stämmige Person von etwa sechzig Jahren mit kaukasischer Abstammung. Sie weiss, das ich, ein Klotz von 130 Kilo und 190 cm Größe, in ihrer Hand bin. Ein hilfloses Bündel Mensch. Welch eine Macht. Natürlich ist Sie freundlich, fragt ob ich Nervös bin u.s.w. aber ich spüre das, dieses versteckte triumphierende Grinsen, während Sie die Spritze vorbereitet, all die anderen Folterwerkzeuge vor einem ausbreitet. Galileo Galilei wurden bei seinem Prozess in Rom die Folterkammer lediglich vorgeführt. Der damalige zuständige Folterknecht dachte sicher "....meine Kinder sollen es besser haben, die werden Zahnärzte...."
Wissen Sie, warum ich das Heute schreibe? Einer meiner Backenzähne macht sich bemerkbar, aber ich werde warten, so leicht kriegt "Sie" mich nicht.
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Kassenwarte
bodenflieger, 10:33h
Als eingefleischter Junggeselle bin ich kein Vorratshalter. Ich besitze keine Gefriertruhe mit Unmengen an eingefrorenem Fleisch und Gemüse und auch kein Regal mit Konserven. Ich habe die Gewohnheit, allabendlich nach Dienstschluss den meiner Wohnstätte am nähesten gelegenen Discounter aufzusuchen und meinen täglichen Bedarf zu decken. Vorteil davon ist, man kauft selten doppelt was ein und ist bei der Suche nach Essen immer auf die eigene Kreativität angewiesen um die Sache abwechslungsreich zu machen. Nachteil ist klar, man muss täglich Einkaufen und man ist täglich der Gefahr ausgesetzt, mehr Einzukaufen als man eigentlich wollte. Vorteil, man erlebt ne menge kuriose Gestalten. Nachteil, man erlebt ne menge kuriose Gestalten. Während des eigentlichen Einkaufs ist dies kein nennenswertes Hinderniss, bis auf z.B.: den Typ, der Grundsätzlich so eine Viertelstunde lang alle Brote im Brotregal abtastet. Vermutlich sucht er einen bestimmten Härtegrad. Dem Aussehen und Gebaren nach sucht er klar einen besseren Psychiater. Oder die an Legion zählenden Mitbürger, die bis zu den Hüften in der Fleischkühltheke verschwinden auf der Suche nach der Packung mit dem längsten Haltbarkeitsdatum. Das ist die gleiche Sorte, die auch das berühmte Antikalkmittel, das dass mit C.... anfängt, in die Waschmaschine kippt weil Ihnen der Hersteller erzählt, ihre Maschine kolabiert am im Wasser befindlichen Kalk. Stimmt, die Waschmaschine könnte am Kalk kaputt gehen, so nach ungefähr zwanzig Jahren Dauerbetrieb. Fragt einfach mal einen Installateur aus eurem Bekanntenkreis, wieviel Waschmaschinen er wegen Kalkbelastung schon reparieren musste. Doch das ist eigentlich schon wieder einen eigenen Blog wert.Kommen wir wieder zum Discounter-Publikum. Da haben wir Mütter mit zwei kleinen Kindern. Da Frauen ja bekanntlich Multitasking-fähig sind, schaffen es diese Mütter, während die lieben kleinen ganze Regale ausräumen, auch noch mit der besten Freundin per Handy den neuesten Klatsch durchzuhecheln. Unterbrochen nur durch Rufe nach den Kleinen, betitelt mit den neuesten Modenamen (auch wieder was für einen Blog). Alte und Gebrechliche Menschen sind natürlich über alle Kritik erhaben, obwohl......., lassen wir das. Hat man sich nun alles in den Regalen besorgt für den Abend und den unvermeidlich kommenden nächsten Morgen, geht es an die Kasse. Hier steht man so im Schnitt als siebter oder achter in der Reihe an und wartet geduldig bis man dazu kommt, seine Einkäufe zur Abrechnung aufs Band zu legen. In der Regel geht das ja ganz zügig. Aber mindestens zweimal in der Woche hat man vor sich in der Schlange eine ganz besondere Spezies an Einkäufer. Ich weiss nicht, ob es schon zu Lynchjustiz in deutschen Kaufhäusern kam, vielleicht wirds vertuscht. Ich persönlich hatte und habe dann immer das dringende Bedürfnis einen Mord zu begehen, möglichst grausam. Es handelt sich um die von mir so genannten "Kassenzettelprüfer". Diese Sorte kauft so um die dreissig bis vierzig Artikel ein, lässt alles durch die Kasse wandern, bezahlt und stellt sich dann etwas abseits, die ganz Schlimmen reklamieren schon während des Zusammenrechnens. Die "Abseitssteher" aber gehen dann den Kassenzettel nochmal Position für Position durch und wehe es sind irgendwo 5 oder 10 Cent zuviel berechnet worden. Dann folgt eine längere Diskussion mit dem Kassierer, meist unter Hinzuziehung eines höheren Angestellten. Die Kasse ist für die nächste Viertelstunde geblockt. Es hat meines Wissens bisher keiner dieser Typen reklamiert um einen zuwenig berechneten Artikel anzugeben. Diese Blindgänger kommen in einen Discounter um billig einzukaufen, was hier ja auch geht. Benehmen sich aber, als hätten Sie gerade eben bei Käfer in München geschopt. Es wird niemals in ihr Gehirn vordringen, das Sie für den Rest der Bevölkerung eine größere Belastung sind als die Ozonwerte in der Innenstadt von Frankfurt bei 30 Grad. Leute, die Mädels und Jungs an der Kasse wollen Euch nicht bescheissen, können sie auch gar nicht. Es ist alles Barcode-gesteuert und etwaige Fehler entstehen sowohl nach Oben wie nach Unten. Statistisch gesehen aber ist das nicht der Rede wert. Bei einem Einkauf in einem Discounter macht man immer Gewinn, auch wenns mal 10 Cent mehr sind als angegeben. Dafür geht es schneller und man muss sich nicht das geistlose Verkaufsgeschwätz beim Einzelhändler reinziehen. "Darf es noch was sein, wir hätten da gerade Gänseleberpastete im Angebot, 100 Gramm zu fünf Euro........"
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Donnerstag, 20. August 2009
Glaubenskrieg
bodenflieger, 23:04h
Wieso? Weiss ich doch nicht. Sowas kommt, sowas geht. Genau wie der Glaube, zumindest im aufgeklärten Europa. Mein Glaube steigt kurz vor der Lottoziehung, mein Glaube sinkt schnell danach. Aber das ist nicht Glaube, das ist nur Hoffnung. Oder ist das dasselbe? Ich hoffe, in den Himmel zu kommen, da meine in der Vergangenheit begangenen Untaten eigentlich nicht so schlimm waren. Aus meiner Sicht. Also könnte man das Wort "hoffe" auch durch "glaube" ersetzen. Dieses Wort ist.... sagen wir mal wischiwaschi. "Ein fester Glaube hilft" ist so ein Satz aus allen Religionen der Welt. Klar hilfts, nur wem? Um alle Zweifel an meiner Person klar zu stellen. Ich bin Atheist. Getauft im römisch Katholischen, aber vor zehn Jahren raus aus dem Verein. Ich war aber schon vorher dieser oder anderen Kirchen nicht sehr nahe, eher sehr weit weg. Sie merken schon, das hier wird ein kritischer Blogg. Also nochmal, wem hilfts, wenn einer einen starken Glauben hat. Klare Antwort. Zuerst mal der betreffenden Kirche. Verwechseln wir jetzt bitte nicht kirchlichen Glauben mit der den Menschen eigenen Antriebskraft, Energie oder nur Selbsterhaltungstrieb um ein Ziel zu erreichen. Das ist was ganz anderes. Hier gibt es nur eine sehr gefährliche Schnittstelle, der Fanatismus. Wenn die persönliche, bei manchen Menschen stark ausgeprägte Lebensenergie in die Dienste der Fanatiker gestellt wird.
Also Glaube ist......?????? Keine Ahnung. Glauben heist nicht Wissen. Ich weiss, das ich gerade am Schreibtisch sitze und schreibe. Ich Glaube, das zwei Türen weiter sich mein Badezimmer befindet. Ich kanns nicht wissen, da ich es nicht sehe. Es ist ausserhalb meiner Sinne. Sehen, riechen, fühlen, schmecken. Hmm, ich könnte mein Badezimmer als Gott verehren und hätte wahrscheinlich ein Erfolgserlebnis, wenn ich es betrete. Jääähhh, ich bin meinem Gott begegnet und hab mir in ihm meine Zähne geputzt. Das ist weit mehr, als alle Religionen dieser Welt zusammen bieten können. Kommen Sie mir nicht mit großartigen Kirchen, Moscheen oder Tempeln. Die wurden alle durchweg von Menschen erbaut. Da war auch nicht ein Gott dabei, mal Steine zu schleppen oder so. Zu Ehren Gottes, meinen Sie? OK. Hat Bill Gates sein Vermögen zu Ehren Gottes gescheffelt? Kaum. Also davon kanns nicht abhängen.
Ein Gottsfürchtiges Leben, womit wohl gemeint ist "benimm dich verdammt noch mal anständig Gegenüber allen anderen, wenns auch manchmal Arschl..... sind" Ganz ehrlich, dazu brauch ich keinen Gott, spätestens nach den Flegeljahren kommen die meisten selber drauf, das es sich besser Leben lässt, wenn man nicht überall aneckt. Natürlich werde ich hier keine gläubigen Menschen zum Atheismus "bekehren" können. Aber wissen Sie, was mir wirklich Spass machen würde? Wenn es wirklich einen Himmel gibt und......alle Götter aller Religionen dort "oben" eine große Dauerfete abziehen. Stellen Sie sich das Gesicht eines frisch verstorbenen Christen, Moslem, Juden oder Budhisten vor, der davor steht und völlig verzweifelt seinen persönlichen Gott sucht. Nur die Hindus hätten da keine Probleme. Die haben so viele Götter, da muß eigentlich ständig Party sein.
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Mittwoch, 19. August 2009
Zum Glück gibts Bahrain
bodenflieger, 23:10h
Der normale Saudi sieht sich gerne als traditionsbewusster Mensch, als Sohn der Wüste, als Beduine und vor allem als gläubiger Moslem. Er sieht sich auch gerne als Business-men im klimatisierten Büro. Er sieht sich absolut nicht gerne als arbeiteten Menschen. Das Wort Arbeit erzeugt beim Saudi einen gewissen Widerwillen. Wenn Sie das als Vorurteil betrachten, kann ich Sie nur bitten, das Land selbst zu besuchen. Dummerweise werden Sie, wenn Sie nicht zufällig über sehr gute Beziehungen verfügen, kein Visa bekommen. Auf jeden Fall kein Touristenvisa. Arbeitsvisa oder Geschäftsvisa gibt es da schon eher, was nicht verwundert, da die Saudis aufgrund reichlich Öl lieber arbeiten lassen. Für die niederen Arbeiten werden massenhaft Menschen aus Indien, Ceylon, Indonesien, China, Pakistan u.s.w geholt, für etwas kompliziertere Geschichten kommen die Europäer und auch Amerikaner ins Land und erledigen das. Es ist allerdings schwer für Europäer und Amerikaner mit der saudischen Mentalität klar zu kommen. Doch das führt jetzt zu weit. Ich erklär jetzt einfach mal, wieso es zum Glück Bahrain gibt. Ein saudischer Tag sieht so aus: Je nach Jahreszeit, wir schreiben übrigens nach dem moslemischen Kalender momentan das Jahr 1430, weckt der Gebetsrufer so um 4:00 Uhr Morgens alle Gläubigen. Dummerweise auch die Nichtgläubigen, vermutlich als Strafe. Dem entkommt man nicht. Die Moscheendichte in der Stadt entspricht der Kneipendichte in der Düsseldorfer Altstadt und alle sind mit leistungsstarken Lautsprechern ausgestattet. Kein geschlossenes Hotelfenster hält das ab.
Das ist daß eine, dann kommen noch so Sachen dazu wie getrennte Eingänge für Männer und Familien in Restaurants, vollverschleierte Frauen, keinen Alkohol, auch nicht im Hotel, offener Rassismus der Saudis gegen ihre asiatischen Arbeiter, leider musste ich das zu oft mit ansehen und selbst Radios oder einfach Musik darf man nicht laufen lassen da ja sonst der Gebetsrufer nicht gehört werden könnte. Dazu noch Wüstenwinde, das ist jetzt kein Witz, die dir wie ein Sandstrahlgerät ins Gesicht blasen. In ihrer ihnen eigenen Bürokratie haben die Saudis auch noch ein paar Besonderheiten in die Visavergabe für Ausländer eingearbeitet, was ich aber erst vor Ort erfuhr. Bei einem dreimonatigen Arbeitsvisa muß man alle 24 Tage einmal das Land verlassen. Für Asiaten gilt sogar alle 14 Tage. Jetzt kommt Bahrain ins Spiel. Bahrain, der Inselstaat im Golf, der mit der Formel 1, liegt nur etwa eine Autostunde von Dammam entfernt. Ein Damm führt von Saudi Arabien nach Bahrain. Dieser kleine Inselstaat hat ein Problem. Er war der erste, der in Arabien Öl förderte und ist nun auch der erste, der keins mehr hat. Da sich die Bahrainis aber so ans Geld gewöhnt hatten, öffnete sich der Staat dem Tourismus, aber wie. Kurz gesagt, hier ist absolut alles erlaubt. Was auch immer Sie sich gerade vorstellen, in Bahrain dürfen Sie es, völlig Legal. Genau das machte mir die Zwangsausreise alle 24 Tage zum Vergnügen. Vom der düsteren Religionsdiktatur Saudi Arabien ins arabische Ibiza innerhalb einer Stunde, per Auto. Sie sehen, nicht alle Zwangsausreisen müssen für den betreffenden Schrecklich sein. Darum kann ich im Nachhinein nur sagen:"Ein Hoch auf Bahrain".
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Dienstag, 18. August 2009
Lichtgeschwindigkeit
bodenflieger, 23:12h
Wissen Sie, was ich mal wieder richtig gerne machen würde? Spinnen und Fantasieren. Irgendwo nur rumhängen und mit dem passenden Kumpel dummes Zeug labern. Wird heutzutage viel zu wenig gemacht. Oder ich bin da raus gewachsen. Eher dass. Auch mit den passenden Kumpel hapert es. Der letzte mit dem ich das gut konnte, arbeitet in der gleichen Firma wie ich, aber in einem weit entfernten Bereich. Wurde versetzt. Ich auch. Also rumspinnen alleine geht nicht. Macht keinen Spass. Sowas muss langsam anfangen und dann wachsen und der Gegenpart muss entsprechend reagieren. Mit Frauen geht das meist nicht. Ich habs probiert. Eine einzige konnte das Gut und bei der hab ich dann irgendwie den Anschluss verpasst. Hmmm. Das mit dem Anschluss verpassen kann ich gut. Aber das Thema lass ich erst mal lieber. Wer weis, was bei einer Eigen-Psycho-Teraphie raus kommt. Zum Schluss komm ich noch drauf, das ich Depressiv oder Suizid-gefährdet bin.
Ich würd jetzt viel Lieber am Strand liegen und darüber nachdenken, warum Douglas Adams so früh gestorben ist. Oder noch besser, warum ich nicht einen Nachfolge-Roman zu seinen "Anhalter"- Büchern schreibe. Vermutlich weil ichs nicht kann. Da weitermachen wo der letzte Band " Einmal Rupert und Zurück" endet. Also man könnte da locker anschliessen. Es gibt noch genügend Punkte, in die man einhaken kann und die Geschichte weiterschreibt. Ach, es wär nicht dasselbe. Lassen wir auch das. Wenn ich in Gedanken so am Strand liege, eben nicht real am Strand, dann würde ich zum Beispiel über Lichtgeschwindigkeit nachdenken. Wenn ich mit Lichtgeschwindigkeit reise, kann ich mich dann selber überholen? Da gabs doch irgendwas bei Einstein. Wie reist man mit Lichtgeschwindigkeit? Handgepäck, grosses Koffer-ensemble oder Nackt? Vermutlich Nackt. Wenn ich irgendwo ankomme, kriege ich das überhaupt mit? "Wo bin ich hier?" "Sie sind hier in Berlin-Marzahn" würde der gemeine Berliner vermutlich nicht antworten und ich würde sagen" Keine Einzelheiten, welcher Planet?" OK, OK, der Witz hatt nen Bart. Stellt sich mir mal wieder die Frage nach Ausserirdischen.
Wenn ich jetzt am Strand liegen würde, wäre jetzt der Moment aufzustehen, den Sand abzuschütteln und Pinkeln zu gehen, dann bei Manni im Vorbeigehen noch ein eiskaltes Bier holen und wieder zurück an den Strand. Sehen Sie, das ist rumspinnen, manchmal geht es doch alleine.
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Montag, 17. August 2009
Ein armer Poet
bodenflieger, 21:43h
Natürlich heisst das "der arme Poet" und ist ein Bild von Carl Spitzweg. Für alle Unbedarften, man verzeihe meine aus Halbwissen geborene Arroganz, das ist ein Gemälde mit einem älteren Herren in einer schäbigen Dachkammer, der den eindringenden Regen mit einem Regenschirm abwehrt. Kein Geld bleibt dem armen Poeten für notwendige Reparaturen. Nur Leben für die Kunst.
Könnte ich mir für mich auch vorstellen. Nur nicht in Deutschland. Zu Nass, zu Kalt, zu Geordnet. Nun, ich bin ein Feigling geworden. Ich war mal mutiger. Habe vieles gewagt und noch mehr verloren. Nicht Geld. Geld betrachte ich nicht unbedingt als wertvolles Gut. Geld ist Mittel zum Zweck. Was ich wirklich immer mehr verlor und verliere ist das Vertrauen zum Menschen. "Du willst einen Freund? Kauf dir nen Hund!" Berühmter Satz aus "Wallstreet". Der hat was. Dummerweise muß ich in die Vertrauens-unwürdige Phalanx der Menschen mich selbst auch mit einberechnen. War ich schon immer so? Oder bin ich so geworden? Egal, zurück zum armen Poeten. Also meine Vorstellung davon wäre eine kleine Wohnung in Sosua. Aber mit Strom, ich kann nicht mehr ohne Laptop. Und Internet. Eine kleine Rente. Gerade soviel, das Miete, Strom und Wasser und ein bischen zu Essen bezahlt sind. Meine Güte, ist das zuviel? Ich habe jetzt schon dreissig Jahre Arbeit hinter mich gebracht und muß immer noch zehn Jahre warten bis ich eventuell, wenn es die dann noch gibt, in Altersteilzeit gehen kann. Dann bin ich 58 und ich fühl mich jetzt schon manchmal schlecht. Ich könnte so schön in der Karibik vor mich hinvegetieren.
Also sollte sich unter Ihnen jemand befinden, der mir eine kleine Rente von sagen wir mal so 600 bis 700 Euro im Monat spendieren will, nur melden. Aber ich sags gleich. Bei echter Kultur gibts selten ein "Return on Investment". Alles andere ist eh Kitsch.
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Sonntag, 16. August 2009
Ein Sonntag
bodenflieger, 22:59h
Ich bin wach, wie immer am Wochenende um Vier Uhr Vierzig. Warum? Mein Handy weckte mich. Seit neuestem muss ich ein Medikament einnehmen, täglich, zwei Pillen. Es sind ganz kleine Pillen. Gegen Bluthochdruck. Und warum lass ich mich am Wochenende von meinem Handy so früh wecken? Ganz einfach. Ich hab den Kalender auf meinem Handy so eingestellt, das er jeden Tag eine Warnung ausgibt, die Pillen einzunehmen. Und warum so früh? Unter der Woche stehe ich immer schon um vier auf. Beim Frühstücken kommt dann die Warnung u.s.w. Ich lasse die Warnung auch am Wochenende drin, ich bin zu faul, es speziell fürs Wochenende umzustellen. Natürlich stehe ich am Wochenende nicht sofort auf. Die Warnung kommt nur kurz. Ein satter Brummton des Handy, ein Aufleuchten des Display, der das Schlafzimmer erhellt. Dann ist wieder Ruhe. Ich döse dann einfach so vor mich hin, träume ein bischen von Sosua, vom Meer, vom Wind, von einem Mädchen. So um sechs herum wälze ich meinen stattlichen Körper, mit stattlich meine ich übergewichtig, aus dem Bett. Das Übergewicht ist vermutlich auch der Auslöser für meinen Bluthochdruck. Genau weiss ich das erst im September. Dann nimmt mich mein Arzt auseinander. Ohhh man, wie ich das Liebe. He, wenn ich Glück habe, findet er etwas so schwerwiegendes, das ich in Frührente muß. Scherz beiseite, das will ich natürlich nicht. Also Frührente schon, aber keine schwerwiegende Krankheit. Meist ist beides aneinander gekoppelt, leider. Ich hab schon überlegt, ob ich einen auf Irre machen könnte, aber da muß man gut Schauspielern können, was ich nicht kann. Mist.
Ich vertrödele den Vormittag, bastle ein bischen am Laptop, schaue Fern. So um 10 Uhr herum mache ich eine kleine Rundfahrt mit dem Roller. Die Sonne scheint wunderbar. Kurz nach zwölf bin ich wieder Zuhause, mache mir was zu essen. Esse. Döse ein bischen beim Fernsehen auf meiner neuen schwarzen Couch. Der Tag ist fast schon wieder rum und damit das Wochenende. Ich nehme mir vor, am Abend noch in ein Strssencafe in der Nähe zu gehen, aber kurz bevor ich aufbrechen will, geht ein Sommergewitter nieder. Dicke Regentropfen klatschen auf das Pflaster vor meinem Wohnzimmerfenster. Schön. Bleib ich halt Zuhause. Was hätte ich Heute wieder alles machen können. So viele Sachen und so wenig Zeit. Aber nächstes Wochenende, da pack ichs an, oder auch nicht.
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Samstag, 15. August 2009
Fantastic Shopping
bodenflieger, 21:41h
Es ist Samstag, die Sonne scheint und ich habe frei. Was will man mehr. Nachdem ich meine wöchentliche Waschmaschinenladung im Innenhof zum trocknen in die Sonne gehängt habe, startete ich meinen kleinen roten Roller, ausgerüstet mit Portmonaie und Fotoapparat und brauste mal wieder auf die Zeil. Frankfurts große, umsatzstarke Einkaufsmeile. An der Hauptwache stellte ich mein Gefährt ab und begab mich im gemütlichen Schlenderschritt über die Konstablerwache bis zu "dem Laden" für mich auf der Zeil. Conrad-electronic. Ich bin ein Mann und Liebe elektronisches Spielzeug. Ich durchstreife alle drei Stockwerke, verweile hier und dort etwas länger und überlege bei manchen Dingen. Bei einem Base-Cap mit Solargetriebenen Ventilator bin ich fast überzeugt, es zu kaufen, kriege aber gerade noch die Kurve. Jedoch scheint mein Fokus Heute eindeutig bei "Solar" zu liegen. Am Ende kaufe ich einen Solarbetriebenen Mückenvertreiber, der mit einem extrem hohen Ton alle Mücken um mich herum vertreibt, laut Beschreibung. Da ich in drei Wochen wieder nach Sosua fliege, kann dieses Gerät gleich gute Dienste tun, denn an Mücken mangelt es manchmal nicht in Sosua. Ich werde also mein Solar-betriebenes Mückenverscheuchgerät einschalten und keine Mücke wird sich mir nähern. Die kleinen Bestien werden sich die Ohren zuhalten und mit Schmerzverzerrtem Gesicht abdrehen, sobalt Sie in den Ton meines Wundergerät hineinsummen, ich, der Herr der Mücken.
Auf dem Rückweg von meinem "Laden" komme ich wie schon des öfteren an dem neuen Schoppingcenter vorbei, das nun den Platz des alten Postamtes einnimmt. Die Architektur ist beeindruckend, jedoch nie ernsthaft Gegenstand meine Neugier gewesen. Aber Heute scheint zufällig kräftig die Sonne, und dies sorgt dafür, das einige Durch- und Einblicke im Gebäude völlig anderst sind als Sonst. Ich zücke meine Digitalkamera und beginne Aufnahmen zu machen. Toll, im Innern werden zufällig Formel 1 Renner ausgestellt. Sogenannte Eye-catcher.
Ich schiesse also jede Menge Bilder und bin dann später doch erstaunt über das Ergebnis. Und weil mir die Bilder so gut gefallen, denke ich, Sie könnten auch anderen Gefallen. Also wenn Sie auf eines der kleinen Bilder klicken, kommen Sie zum Album. Es ist wirklich erstaunlich, was für ein toller Maler die Sonne ist.
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Freitag, 14. August 2009
Sie haben Post
bodenflieger, 22:51h
Eins vorne weg. Wenn Sie glauben, es geht hier um Spam, dann liegen Sie nicht ganz falsch, aber auch nicht so richtig. Der virtuelle Postkasten wird natürlich mit virtuellem Müll vollgestopft, aber inzwischen gibt es auch effektive virtuelle Müllbeseitiger sprich Spam-Filter.
Genau so etwas wünsche ich mir für meinen realen Briefkasten. Falls Sie auf dem Lande leben, betrifft Sie das nicht so sehr, denke ich. Aber ich lebe mitten in einer Großstadt. Hier ist ein gut organisierter Dienstleistungszweig am Werk, dem Niemand entkommt, ausgenommen Menschen ohne Briefkasten. Leider gehöre ich nicht zu diesen wenigen Glücklichen. Ich benötige meinen Briefkasten. Gibt es doch noch immer reale Dinge, die ich gerne zugestellt bekomme, täglich. Ich will auch kein Postfach, ich bin zu Faul zum hinfahren und leeren. Ich will am Abend nach Hause kommen und meinen Briefkasten öffnen und mich auf wichtige Briefe und Paketbenachrichtigungen freuen. Meist freue ich mich nicht. In aller Regel enthält mein Briefkasten Zettel, Handzettel, Neudeutsch Hangouts, in allen Farben, Schrill, Auffallend und endlos Nervend. Jeder Pizzabecker, jeder Dönerladen, jede Würschtchenbude, alle Supermärkte, Baumärkte, Matratzenläden, Discounter und nicht zu vergessen Reisebusunternehmer laden mich zu unvergesslichen Erlebnissen in ihre Etablissements ein. Ich weiss, Werbung muss sein, wer nicht wirbt der stirbt u.s.w. Auch habe ich Verständnis für die Zettelverteiler, die sich ein Zubrot damit verdienen. In diesem Fall bin ich egoistisches Schwein aber doch mehr für das St. Floriansprinzip: "Ach lieber Gott, verschon mein Haus, zünd andre an."
Ich habe es schon mit freundlichen Aufklebern am Briefkasten probiert: "Bitte keine Werbung einwerfen." Eher wird jedoch die Nahostfrage gelöst, als das ein solcher Aufkleber auch nur einen Werbezettel verhindert.Ignorieren ist nicht so einfach, da man den Wust an Werbung ja nach einem wichtigen Brief durchsuchen muß und dazu kommt noch ein beschämendes Laster meinerseits, mea culpa, mea maxima culpa. Wenn sich in der Werbeflut ein Prospekt eines Elektronik-Großhändlers befindet, leicht an den Farben zu erkennen, sie wissen schon, blau für die mit Sa......, rot bei denen mit Me..... Dann kann ich nicht anderst. Ich lese sie, auf`m Klo. Es gibt kaum bessere Lektüre für eine längere Sitzung als Prospekte von Elektronik-Großhändlern. Ich gebe es zu, das ist eine Sucht. Ich werde mich in nächster Zeit einer Selbsthilfegruppe anschliessen.
Doch was tun mit dem fürchterlichen Rest? Ein cleverer Jungunternehmer könnte daraus ein Geschäft machen. Dafür muss Er oder Sie erstmal, sie erraten es, Handzettel verteilen. Darin werden seine potentiellen Kunden aufgefordert, dem oder der Jungunternehmer/in einen Zweitschlüssel ihres Briefkasten anzuvertrauen. Einmal am Tag wird dann gegen eine kleine Gebühr der Briefkasten von Spam gesäubert. Eine positiv-liste des Briefkasten-Inhabers verhindert das Verschwinden von gewollter Post. Das wäre dann wie im richtigen Leben, ähhh, ich meine im Virtuellen.
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Donnerstag, 13. August 2009
Cabarete
bodenflieger, 17:02h
Ungefähr zwölf Kilometer in richtung Westen kommt man von Sosua aus nach Cabarete. Ein Paradies für Kite-Surfer. Der Ort selbst ist eigentlich recht einfach. Im Grunde handelt es sich um eine Durchgangsstrasse mit Häusern links und rechts. Der Ort ist in den letzten Jahren gewachsen und inzwischen gibt es auch ein paar Seitenstrassen und einige Siedlungen für Touristen. Doch eindeutig Dominierend ist der breite und circa 5 Kilometer lange Sandstrand. Der Strand fällt hier sehr flach ab und man kann sehr weit ins Wasser laufen, bevor einem das Wasser bis zum Hals steht. Zusammen mit einer stetigen Brise der ideale Ort für Surfer. Am Strand entlang gibt es jede Menge Surfschulen, Board-Verleih und natürlich Bars und Restaurants. Für den Sonnenanbeter oder Beterin sehr gut geeignet, schnell die entsprechende Angeber-Bräune zu erhalten.
Aber Cabarete hat genau wie Sosua auch eine Schattenseite, sprich Prostitution und Diebstahl sind leider auch hier an der Tagesordnung.
Es gibt kleine Hotels im Ort, in denen Zimmer schon ab 25 US-Dollar pro Tag vermietet werden. Teilweise liegen die Hotels direkt am Strand und man kann vom Zimmer aus das Meer geniesen. Auch Autovermietungen gibt es, allerdings tendiere ich persönlich dazu, mir einen Mietwagen direkt am Flughafen Puerto Plata zu mieten, da ich dann das Fahrzeug gleich übernehme und bei Abflug auch wieder abgebe. Die Mietwagenpreise an der Nordküste sind moderat und hängen wie überall vom Fahrzeugtyp ab. Am Flughafen habe ich schon mal einen Kleinwagen für 28 Dollar am Tag mit unbegrenzten Kilometern gemietet. Erst hinterher ist mir aufgefallen, das das Fahrzeug nicht versichert war, deswegen so billig. Aber Schwein gehabt. Vorsicht bei der Autovermietung Budget.
Ich lies wie üblich meine Kreditkarte mit einer Kaution belegen. Bei der Rückgabe des Fahrzeug versicherte man mir, das die Kaution innerhalb von acht Stunden gelöscht werde. Ich mußte volle 15 Tage warten, bis mein Kreditinstitut bei der monatlichen Abrechnung dann die Kaution automatisch löschte.
Doch zurück nach Cabarete, wo das Leben tobt. Viele junge Surfer fallen hier alljährlich speziell aus Kanada und Amerika ein und zur Hauptsaison im Dezember und Januar geht die Post ab. Wer also Halli-Galli mit Sport verbinden will, ich gehöre schon seit längerem nicht mehr dieser Klientel an, der ist in Cabarete gut aufgehoben.
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Mittwoch, 12. August 2009
Unter Hunden
bodenflieger, 23:21h
Vor ein paar Jahren war ich in der Nähe von Alanya in der Türkei im Urlaub. Schöne Gegend, ein breiter Strand, Orangenplantagen, alte Tempel. Auch das Hotel war sehr angenehm und zu dieser Zeit waren die Russen glücklicherweise noch nicht so stark vertreten. Wer einmal Russen in einem Hotel erlebt hat, weiss was er an den Engländern hat. Es war ein All-Inclusive-Hotel, was mich die ersten drei Tage dazu verleiteten, vom Frühstück über den Brunch ins Mittagessen und von dort zu Kaffe und Kuchen mit anschliessendem Drink an der Poolbar direkt ins Abendessen zu gleiten. Dann sich den Sonnenuntergang bei gutem türkischem Wein anzusehen, um dann ziemlich bedudelt ins einsame Doppelbett zu sinken.
Nun, am vierten Tage bin ich auferstanden, begab mich ins Foyer und lieh mir dort im Hauseigenen Fahrzeugverleih einen kleinen blauen Roller. Damit durchstreifte ich nun Vormittags die Gegend und kam dabei recht weit herum. Pünktlich zum Mittagessen war ich dann wieder im Hotel und anschliessend an der Poolbar. Nun dieses Arrangement hielt ich für sehr angenehm, was es auch war und ich bei späteren Reisen auch beibehielt. Am Vormittag soviel Kultur wie möglich, am Nachmittag das faule Leben. Ich kam bis Aspendos, dem Amphietheater, das Heute nur noch durch Thomas Gottschalks "Wetten das" bekannt ist und ich trieb mich in Side rum, wo ich mit Mühe die Verkäufer im Basar abwehren konnte, besuchte die Akropolis im Hafen und schaffte mit meinem Roller sogar den mühevollen Aufstieg zur Stadtruine Lyrbe.
An einem Morgen stieg ich wieder auf den Roller und fuhr einfach mal drauf los, überquerte die große Verbindungsstrasse zwischen Alanya und Side um auf Schotterpisten weiter ins Hinterland, weg von der Küste, zu gelangen. Nach ein paar Kilometer in der grünen Landschaft kam ich leider auch an einigen Schandflecken vorbei. Wilde Müllkippen, eindeutig als Abladeplatz des Abfall der Hotels an der Küste zu Identifizieren. Schade, den ansonsten hatte die Landschaft durchaus Ähnlichkeit mit Gegenden am Bodensee oder im Taunus. Doch muss man damit Leben. Wie erklärte mir später ein Dozent für interkulturelle Zusammenarbeit während eines Seminar in Hamburg;" Die Menschen im arabischen Kulturraum werden dir auf Vorhaltungen nur eines erwidern: Es ist unser Land"
Ich fuhr also weiter auf der Schotterpiste, lies den Müll hinter mir und schaute mir die hübsche Gegend an und nun, Sie warten vermutlich schon drauf, kam eine recht unheimliche Begegnung. Als ich um eine Kurve bog, sa ich etwa zweihundert Meter vor mir mitten auf der Strasse ein Rudel Hunde. Ich stoppte mein Gefährt und schaute auf die Hunde. Auch die hatten sich nun umgedreht und schauten zu mir. Es war kein sehr homogenes Rudel wie zum Beispiel ein Rudel Wölfe. Es waren alle Rassen vertreten. vom Dackelmischling über halbhohe Hunde bis zum großen Bernhardinermischling. Ungefähr 15 Hunde aller Art waren versammelt und das war kein Zufall. Diese Hunde waren keine einzelnen Strassenköter, die zufällig zusammen getroffen sind. An Haltung und Verhalten erkannte, nein, spürte ich den Zusammenhalt des Rudels. Die Tiere schauten unverwandt zu mir und ich zu Ihnen. Meine Überlegung ging in Richtung Flucht, also umdrehen und so schnell wie möglich weg, doch ich wartete erstmal ab.
Diese Geschichte ist wahr. Es ist nichts dazu erfunden und auch nichts weg gelassen. Das hat weit mehr Eindruck auf mich gemacht, als alle Tempel der Umgebung.
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Dienstag, 11. August 2009
Schäuble und Jung einig
bodenflieger, 22:44h
Unsere kommunalen Pfennigfuchser, auch Stadtkämmerer genannt, würden dieses Einsparpotential schnell entdecken. Man denke nur an die tollen 1 Euro-Jobs, die natürlich niemals Aufträge der öffentlichen Hand vermeiden helfen, niiiiiieeeeee.
Nur ist das hier eine ganze Nummer gefährlicher.
Ich seh schon Schäuble und Jung Hand in Hand zusammen mit drei oder vier befreiten Seeleuten sowie einer Kompanie Soldaten unter dem Brandenburger Tor defilieren, während in der Nähe die ersten Standgerichte gegen Demonstranten durchgezogen werden, Na dann Waldmannsdank.
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